Blog.Xewo.de (BPT 9) Ein gutes und zwei fehlende Enden

Inzwischen ist der Parteitag vorbei, wie man so liest, mit einer fulminanten Abschlußrede. Ich war aber schon etwas früher abgereist. Es ist ja auch nicht ganz einfach, für so ein reines Hobby-Unternehmen einige Tage zu opfern.

Aber es hat sich gelohnt. Die Debatten waren hochinteressant, besonders die Qualität der Sachdiskussion bei den Anträgen kann man mit den Mitteln eines Blogs kaum wiedergeben. Es gehen einfach zu viele Details verloren, wenn man gleichzeitig zuhört und parallel schreibt, surft oder von den Kollegen Infos besorgt.

Daher war es insgesamt auch ziemlich anstrengend, der Geräuschpegel in der Halle ist hoch und zerrt an der Konzentration.
Zum Abschluß noch einige Schnipsel, die keinen eigenen Beitrag ergäben hätten.

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Blog.Xewo.de (BPT 8) Aus der alten Welt

Wahrscheinlich habe ich noch nie so viele Liberale auf einmal gesehen wie jetzt hier in dieser Messehalle. Dauernd von Leuten umgeben zu sein, die bei allen Detaildifferenzen die Welt mit einer ähnlichen Grundhaltung sehen - das mag für Schwarze, Rote, Grüne eine normale Erfahrung sein, für Liberale ist sie es nicht.

Da ist es interessant als Gegenentwurf zu vergleichen, wie gleichzeitig die Diskussion links aussieht.
Zum Beispiel in der aktuellen ZEIT.
Die war ja irgendwann im letzten Jahrtausend einmal eine liberale Zeitung, inzwischen aber schon lange eine solides Propagandaorgan der SPD.

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Blog.Xewo.de (BPT 7) Das heimliche Thema

Die in den Medien groß diskutierte Koalitionsfrage scheint unter den Parteitagsdelegierten kein Thema zu sein. Wie sich die FDP dazu offiziell positioniert, ist eine rein taktische Frage, inhaltlich ist jedem Delegierten klar, daß nur eine Koalition in Frage kommt.

Wenn interessierte Journalisten suggerieren, Westerwelle müsse um seinen Vorsitz fürchten, wenn er die FDP nicht endlich in irgendeine Regierung führt, haben sie nichts begriffen.
Westerwelle ist deswegen so unangefochten Vorsitzender, hat deswegen ein so hervorragendes Wahlergebnis, WEIL er die FDP 2005 nicht in die Regierung geführt hat.
Die FDP wollte nicht Schröders Kellner sein, und sie will bestimmt nicht für Schröders Büroleiter den Kellner machen.

Wenn die Deutschen schwarz/gelb wählen, wäre das gut - und wenn sie es nicht wollen, dann müssen sie halt mit den Konsequenzen leben, seien die nun schwarz/rot oder rot/dunkelrot/grün. Die FDP wäre nicht in der Pflicht, ihre Prinzipien über Bord zu werfen, wenn die Bürger lieber einen Linkskurs wollten.

Es wird also nicht über Koalitionen geredet, wohl aber über das Regieren.

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Blog.Xewo.de (BPT 4a) Nachtrag zu den Lobbies

Beim gemeinsamen Ablästern im Bloggerkreise über die Monopolisten und Subventionsabgreifer in der Lobby ist uns aufgefallen, daß dort auch noch ein paar echte Unternehmen vertreten sind, die sich wirklich im Wettbewerb ihr Geld verdienen.
Die Gesamtliste findet sich auf der Parteitagsseite rechts verlinkt.

Besonders positiv hervorzuheben sind natürlich Unternehmen, die überhaupt nur entstehen konnten, weil es in Deutschland diverse Liberalisierungen und Marktöffnungen gegeben hat:

DocMorris 1500 Arbeitsplätze
ups 16.000 Arbeitsplätze
Vodafone 15.000 Arbeitsplätze
veolia 20.000 Arbeitsplätze

Kommentare beim B.L.O.G.

Blog.Xewo.de (BPT 6) Raubtierkapitalismus

Träge kommt der Parteitag wieder in Gang. Und nicht jeder Delegierte kann sich in Ausreden flüchten der Art, schuld wäre nur die Juli-Fete gestern abend gewesen.
Also kurz Zeit für einen Rückblick auf den Donnerstag abend.

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Blog.Xewo.de (BPT 5) Feinmechanik bei Opel

So ein Parteitag besteht im wesentlichen aus drei Bereichen.

Da gibt es die Personenwahlen. Mit Drama und Intrige, mit Siegern und Verlierern, das interessiert die Delegierten, und das interessiert die Medien.

Und da gibt es die Pflicht fürs Schaufenster. Die großen Grundsatzreden, die Wahlprogramme, die Grundsatzbeschlüsse, die von den Fachgremien über Monate vorbereitet wurden. Das bringen die Medien, weil sich die Parteien damit entscheidend präsentieren und ihre Schwerpunkte setzen.
Für die Parteitagsteilnehmer dagegen ist das in der Regel recht langweilig.
Nur selten ist eine Rede so gut wie heute die von Guido, daß sie echte Aufmerksamkeit oder gar Begeisterung findet. Meistens erduldet man das als Delegierter nur, weil es eben notwendig ist - aber da nun eigentlich alle Teilnehmer eines Parteitags schon sicher wissen, welche Partei sie wählen wollen, ist ihr Interesse an diesen Tagesordnungspunkten sehr begrenzt.

Und dann gibt es noch die Anträge …

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Blog.Xewo.de (BPT 4) Lobbies in der Lobby

Bei Parteitagen kann man sehr schön die beiden Bedeutungen des Begriffs “Lobby” kennen lernen.

In der Lobby des eigentlichen Parteitagsraums werben Lobbyisten aller Art um die Gunst, oder vor allem um die Aufmerksamkeit der Delegierten. Das gibt es wohl bei allen Parteitagen, aber besonders bei einem Bundesparteitag kurz vor einer entscheidenden Bundestagswahl. Es gibt eben die gute Wahrscheinlichkeit, daß die FDP ab Herbst in der Regierung sitzen wird - da will so mancher rechtzeitig den Fuß in der Tür haben.

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Blog.Xewo.de (BPT 3) Friesische Freiheit

Während ich noch meine Reminiszenzen an gestern niederschreibe, hat der Parteitag schon begonnen.
Die 660 Delegierten aus den 16 Landesverbänden hören sich die üblichen Formalia an: Feststellung der Beschlußfähigkeit, Wahl des Tagungspräsidiums, usw. - schließlich geht es nicht nur um Wahlkampfjubel, sondern um eine zentrale Veranstaltung mit Rechtscharakter, da müssen die Vorschriften des Parteiengesetzes penibel erfüllt werden.

Dann macht Brüderle den Einheizer und bringt mit launigen Sprüchen gegen die Bundesregierung die Delegierten in Klatschlaune.

Es folgt die Begrüßung durch den gastgebenden FDP-Landesvorsitzenden Philipp Rösler.

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Blog.Xewo.de (BPT 2): Welches Schweinderl hätten Sie denn gerne

Erster Eindruck von Hannover: Der Wahlkampf ist hier schon deutlich präsenter als bei uns im Süden.

Wenn man aus dem Bahnhof kommt, hängt an jedem Mast ein armselig dreinschauendes Männchen, das sichtlich unter den Verhältnissen in dieser Welt leidet. Mit anderen Worten: Der hiesige SPD-Kandidat.

Sieht man sich das Portrait an, den Gesichtsausdruck, die dünnsträhnige Frisur, den Bartversuch, die Brille - dann kommt unwillkürlich das heitere Beruferaten: Was alleine kann dieser Mann wohl vor seiner politischen Tätigkeit beruflich gemacht haben?

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Blog.Xewo.de (BPT 1) Mehdorn ist weg

Bekanntlich ist Obama nur Präsident geworden, weil er im Wahlkampf sehr modern alle Möglichkeiten des Internets genutzt hat.
Ok, es mag auch geholfen haben, daß er ein Mehrfaches an Millionen in den Wahlkampf investiert hat als sein Gegner.

Da nun die reichste Partei Deutschland nicht mit der zweiten Methode zu schlagen sein wird, setzt die FDP aufs Internet.
Und geht das Risiko ein, als erste deutsche Partei so merkwürdige Leute wie “Blogger” als Beobachter auf ihren Bundesparteitag (BPT) zuzulassen.

Und so bin ich nun mit den bewährten Gummersbach-Veteranen Achim und Daniel vom A-Team und Jan vom Filter-Blog nach Hannover gereist.

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